Ski Alpin WM
Slalom der Herren
21.02.2021
WM in Cortina d'Ampezzo
Highlights
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Das war es mit der Alpin-WM in Cortina
Yohan Goutt Goncalves - nie gehört? Der Skifahrer tritt für Osttimor an, ihm wird die Ehre zuteil, die Weltmeisterschaften als letzter Läufer beenden zu dürfen. Alle Slalomläufer sind im Ziel, damit die WM offiziell beendet. Mit dem Sieg von dem Norweger Foss Solevag verabschieden wir uns! Nächstes Wochenende geht es schon weiter - mit dem Tagesgeschäft, dem Weltcup. Bis dann!
 
Swiss-Team ohne versöhnlichen Abschluss
Die Eidgenossen stehen zwar letzten Endes nicht ganz oben im Medaillenspiegel, sammelten aber die meisten Medaillen in Cortina: neun an der Zahl! Dafür gesorgt hat aber vor allem die überragende Lara Gut-Behrami, in den technischen Disziplinen blieben die Eidgenossen aber größtenteils hinter den Erwartungen zurück. So auch im letzten Wettbewerb, dem Männer-Slalom: Yule wird zwar starker Fünfter, bei der WM zählt aber eben nur gold, silber und bronze. Zenhäusern enttäuschte beim Slalom, konnte aber immerhin den zweiten Durchgang trotz des Reglements gut gestalten und Selbstvertrauen zurückgewinnen. Meillard und Aerni schieden schon im ersten Lauf aus.
 
Pertl holt silber für den Goldmedaillen-ÖSV
Die Österreicher durften vor allem zufrieden sein mit der Verteilung der Medaillen: Fünfmal hatte die Medaille die Farbe gold, insgesamt gab es acht Medaillen zu feiern. Eine steuerte auch der heutige Überraschungs-Zweite Adrian Pertl bei, der wohl in Zukunft noch öfter von sich hören lassen wird. Mit einer Silbermedaille im zarten Alter von 24 Jahren steht dem Youngster noch eine erfolgreiche Zukunft bevor. Marco Schwarz verpasste eine Fahrt in die Top drei, da er im zweiten Lauf nach starkem Beginn ausschied. Manuel Feller schied im zweiten Durchgang ebenfalls aus.
 
DSV: Starke WM bleibt ohne technische Einzel-Medaille
Linus Straßer hatte die letzte Chance auf eine Einzelmedaille in einer technischen Disziplin. Doch er ließ schon im ersten Lauf die Chance liegen, vorne mitzumischen. Sebastian Holzmann war besser dabei, schied aber aus. So gibt es in den letzten Tagen der Titelkämpfe keine Erfolge mehr zu feiern. Der DSV blickt dennoch auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft zurück. Neben der Bronzemedaille im Team-Wettbewerb bleiben vor allem die starken Leistungen der Speed-Spezialisten in Erinnerung. Romed Baumann begann im Super G mit der Silbermedaille, Kira Weidle führte die Tradition fort und auch Andi Sander reihte sich in die Silbermedaillengewinner ein.
 
Reglement sorgt erneut für Diskussionsstoff
Die Entscheidung, heute nur die besten 15 in umgekehrter Reihenfolge starten zu lassen, sorgt für Diskussionen, nachdem es im Parallel-Wettbewerb schon unzufriedene Stimmen über Jury-Entscheidungen gab. Heute wurde den Plätzen 16 bis 30 damit die Chance auf eine Aufholjagd genommen. Im Sinne des sportlichen Wettkampfs war diese Entscheidung nicht unbedingt, die Piste überraschte allerdings auch mit einem wesentlich besseren Zustand als erwartet.
 
Siegerehrung im Zielraum
Die besten 30 Athleten sind durch, daher wird im Zielraum bereits die Siegerehrung gefeiert. Natürlich werden die Plätze 31 bis 55 des ersten Laufes noch ausgefahren, doch eine weitere Überraschung ist mittlerweile ausgeschlossen. So ist festzuhalten: Der Norweger Foss Solevag gewinnt sein erste Goldmedaille in einem Einzel-Wettbewerb. Adrian Pertl feiert seinen größten Karriereerfolg und beschert dem ÖSV Medaille Nummer acht - die erste davon in silberner Farbe! Kristoffersen holt mit der zweitbesten Laufzeit des zweiten Durchgangs (die beste hatte der Sieger) stark auf und fährt von sechs vor auf drei, er wird mit der bronzenen Medaille belohnt.
 
Joaquim Salarich (ESP)
Der Spanier Salarich ist der Letzte der Top 30 und scheidet ebenfalls aus.
 
Tom Verbeke (BEL)
Mehr Belgier als Deutsche im zweiten Durchgang: Nach dem starken Marchant ist Tom Verbeke der zweite aus dem Nachbarland Deutschlands. Der Underdog scheidet jedoch aus.
 
Tijan Marovt (SLO)
Noch hinter den Tschechen geht es für Marovt und kann seine phänomenale Leistung des ersten Laufes nicht wiederholen.
 
Ondrej Berndt (CZE)
Der Tscheche kommt unten an, seine Zeit ist jedoch weit von den Zeiten der Konkurrenz entfernt.
 
Erik Read (CAN)
Der dritte Ausfall in Folge - Erik Read´s Fehler: Rücklage. Er kann sich zwar fangen, aber die nächste Stange nicht mehr erreichen.
 
Filip Zubcic (CRO)
Auch der Kroate geht hohes Risiko und scheidet durch Einfädeln aus.
 
Manuel Feller (AUT)
Feller kann nicht anders, egal von wo er startet! Der Österreicher ist typischerweise wild unterwegs und fährt auch heute auf Angriff. Es bringt ihm nichts ein, er scheidet aus.
 
Linus Straßer (GER)
Selbstbewusstsein zurückholen - das sollte das Motto von Straßer sein. Doch das schafft er nicht, kein guter Rhythmus, dazu einige Fehler im Steilhang - ein durchwachsener Tag für den besten deutschen Slalom-Fahrer!
 
AJ Ginnis (GRE)
Der US-Grieche könnte noch von sich hören lassen in der Zukunft. Heute wird aus einem guten Resultat nichts, er scheidet aus, indem er wegrutscht.
 
Ramon Zenhäusern (SUI)
Immerhin der Beste der zweiten Gruppe, ist Ramon Zenhäusern! Mit einem soliden Lauf kämpft sich der Favorit bis auf Platz elf vor, doch kann den Platz des Belgiers Armand Marchant nicht gefährden.
 
Manfred Mölgg (ITA)
Über die Entscheidung, nur die besten 15 in umgekehrter Reihenfolge starten zu lassen, wird noch zu diskutieren sein. Die Piste lässt nicht überdurchschnittlich viel nach, aufgrunddessen sind aber Top-Zeiten der Plätze 16 - 30 nahezu ausgeschlossen - so auch für Manfred Mölgg.
 
Simon Efimov (RSF)
Der Russe Efimov kann keine weiteren Plätze gutmachen. An die Zeiten der besten Zehn kommt keiner mehr heran, etwas lässt die Piste natürlich nach.
 
Albert Popov (BUL)
Der Bulgare beginnt nicht schlecht, rutscht jedoch weg und scheidet damit aus.
 
Benjamin Ritchie (USA)
Ähnliche Leistung von dem US-Amerikaner, der vorerst Platz zwölf einnimmt.
 
Matej Vidovic (CRO)
Keine große Pause, es geht schnell weiter mit dem Kroaten Vidovic. Der Qualitätsunterschied zu den Besten ist aber zu sehen.
 
Foss Solevag wird wohl Slalom-Weltmeister!
Ganz final ist die Entscheidung noch nicht, denn der 16. hat auch nur etwas mehr als eine Sekunde Rückstand. Doch dass hier noch jemand auf die Medaillenränge fährt, das wäre eine unglaubliche Sensation. Also gehen wir mal von dem jetzigen Podest aus. Norwegen feiert also zumindest einen versöhnlichen Abschluss, Foss Solevags Sieg überragt alles, aber auch Kristoffersens Bronze-Medaille ist ein Achtungserfolg. Adrian Pertl wird Zweiter und holt den die nächste Medaille für den ÖSV - in der silbernen Farbe!
 
Adrian Pertl (AUT)
Die Führung nur zu verteidigen - das macht keinen Sinn. Mit de Motto beginnt Pertl und fährt einen guten Steilhang. Doch im Mittelteil verliert Pertl noch einige Zehntel. Pertl behält die Nerven, muss aber unten jetzt aufdrehen. Welche Farbe blinkt im Ziel auf? Rot, Sebastian Foss Solevag gewinnt gold! Adrian Pertl freut sich dennoch über Silber.
 
Alex Vinatzer (ITA)
Viel mittiger als der führende Norweger ist der Italiener über dem Ski. Aber viel Zeit verliert er kontinuierlich, Vinatzer scheint doch nervös zu sein. Seine Fahrt ist nicht rhythmisch und er fällt hinter Kristoffersen zurück. Welche Farbe hat die Medaille für die beide Norweger? Gewinnt Pertl oder Foss Solevag? Die Entscheidung steht an!
 
Sebastian Foss Solevag (NOR)
Spannung ist geboten, die Top drei ist nun unterwegs! Gegen seinen Landsmann Kristoffersen fährt Foss Solevag nun, im Steilhang ist er schon gut dabei, doch normalerweise ist er vor allem im Flachstück viel stärker. Auch dort holt er noch ein paar Hundertstel heraus, mit einer halben Sekunde Vorsprung übernimmt er im Ziel die Führung. Wofür reicht diese tolle Fahrt? Eine Medaille ist es auf jeden Fall!
 
Kristoffer Jakobsen (SWE)
Ebenfalls mit hoher Startnummer fuhr der Schwede weit nach vorne, bei ihm war aber bekannt, dass er das Potenzial für solche Fahrten hat. Immer wieder geht er volles Risiko, scheidet dabei aber oft aus. So auch heute - leider fädelt Jakobsen ein.
 
Clement Noël (FRA)
Der erste Sportler, der sich mit dieser starken Zeit von Kristoffersen auseinandersetzen muss, ist Noël. Im Steilhang ist er wirklich gut dabei, doch ähnlich wie schon Schwarz rutscht er bei einem Linksschwung in Innenlage aus. Er stapft zwar zurück zur Stange, die Zeit ist aber natürlich weg und der Franzose wird ganz weit zurückfallen.
 
Henrik Kristoffersen (NOR)
Neben Schwarz ist der Norweger der einzige, der bereits zwei Weltcup-Rennen diese Saison gewinnen konnte. Oben haut er einen Schnitzer rein, doch im Steilhang verliert er dabei nicht viel Speed. Kristoffersen baut immer mehr Zeit aus, eine Ansage des Norwegers! Fast acht Zehntel Vorsprung sind es im Ziel, eine Medaillenfahrt war das sicherlich, vielleicht sogar noch mehr?
 
Alexis Pinturault (FRA)
Im Steilhang präsentiert sich Pinturault nicht gut, auch er setzt die Kante sehr hart bei diesem weichen Schnee. Auch wenn beispielsweise Schwarz´ Fahrt gar nicht so wild und aggressiv aussah, hat er gezeigt, wie man mit Kontrolle und ruhigem Fahrstil hier den Ski auf Zug halten kann. Pinturault kann die Führung nicht übernehmen.
 
Marco Schwarz (AUT)
Nur zwölf Minuten nach Start des zweiten Durchgangs kommt die Top acht, das ist ungewöhnlich! Marco Schwarz wird voll angreifen wollen, um einen Medaillenplatz zu erreichen. Seine Fahrt beginnt kontrolliert, aber auf Zug. Er baut eine halbe Sekunde Vorsprung aus, doch dann rutscht er über den Innenski weg! "Blacky" scheidet aus, die Medaille ist weg!
 
Daniel Yule (SUI)
Der einzige Schweizer, der noch ins Medaillenrennen eingreifen kann, steht am Starthäuschen. Dafür benötigt er jedoch eine starke Fahrt und eine Führung im Ziel. Die erreicht er auch, doch zwischenzeitlich hatte Yule mehr Vorsprung gehabt. Kurz vor der Ziellinie hatte er einen Fehler eingebaut. Was ist da nach vorne drin?
 
Jett Seymour (USA)
War die Überraschungsfahrt des ersten Durchgangs eine Eintagsfliege? Nein, er beginnt auf Attacke und macht seinen Job wirklich gut. Doch bei einem Rhythmuswechsel scheidet er aus. Schade, doch von ihm werden wir bestimmt noch was sehen!
 
Stefan Hadalin (SLO)
Drei Zehntel baut der vorgestern im Riesenslalom so stark gefahrene Slowene oben aus, verliert diese im Mittelteil aber wieder. Hadalin kämpft um die Bestzeit, ist aber 14 Hundertstel zu langsam. Sein enttäuschter Schrei ertönt im Zielraum.
 
Armand Marchant (BEL)
Wesentlich aggressiver und besser auf Zug fährt der Belgier Marchant die Schwünge. Das heißt: Er baut nicht so viele Rutschphasen ein. Im Steilhang bringt ihm das gute Zwischenzeiten ein, nach unten hin ist er aber zu wenig dynamisch. Es geht sogar noch hinter Matt.
 
Michael Matt (AUT)
Der erste größere Name wird wohl zeigen, was die Außenseiter - gerade in Person von Rodes - hier bewältigen können. In dem weichen Schnee setzt er die Kante oft zu hart ein und lässt den Ski nicht richtig laufen. Vor allem in diesem weichen Schnee ist das nicht schnell - Matt fällt hinter Rodes zurück!
 
Istok Rodes (CRO)
Der nächste Überraschungsfahrer wird also die Führung übernehmen, sollte er im Ziel ankommen. Dass die Piste nochmal wesentlich weicher geworden ist, ist jetzt deutlich zu sehen. Rodes nutzt diesen Vorteil mit einem soliden, fehlerfreien Lauf. Was diese Zeit wert ist? Wir werden es gleich sehen.
 
Luke Winters (USA)
Den Kurs des zweiten Laufes hat ein österreichischer Trainer setzen dürfen. Luke Winters beginnt in einem etwas flüssiger gesetzten Lauf ohne viel Rhythmusunterbechungen, der jedoch auch viele Stangen zu umfahren hat. Der Amerikaner fädelt ein und scheidet aus.
 
Junge Wilde oder doch eher erfahrene Läufer?
Wer gewinnt, mit Alex Vinatzer oder Adrian Pertl ein Nachwuchsathlet oder doch ein größerer Name wie der von Marco Schwarz? Die Antwort gibt´s gleich, es geht los!
 
Und wie hält sich die Piste?
In dem ersten Lauf hat sich die Piste erstaunlich gut gehalten, in der Mittagssonne und bei warmen Temperaturen könnte es aber mehr Probleme geben. Ist das vielleicht sogar ein Vorteil für die ersten Außenseiter?
 
Wer holt die letzte Goldmedaille in Cortina?
Diese Frage stellt sich allen Alpin-Begeisterten nun. Eines der Highlights der Saison, der WM-Slalom der Männer, ist offen wie schon lange nicht mehr. Nachdem in den letzten Weltmeisterschaften Marcel Hirscher unangefochten dominiert hat, gab es diese Saison bei neun Rennen schon sieben (!) unterschiedliche Sieger. Ausgerechnet heute ist es spannend wie nie: Die besten acht Athleten haben alle noch gute Siegchancen!
 
Etwas ungewohnter Ablauf
Nach den ersten 15 Startern, die in umgekehrter Startreihenfolge starten werden, wird das "Stockerl" wohl schon feststehen. Doch auch wenn ein Podestplatz sehr unwahrscheinlich ist, sind ab Startnummer 16 immer noch Aufholjagden drin. Im Zielraum wird wohl schon ein wenig gefeiert werden, es geht aber recht zügig weiter. Die Plätze 16 bis 55 werden in "richtiger" Reihenfolge ausgefahren, so kommen recht schnell auch die schwächsten Favoriten des ersten Laufes, unter ihnen Linus Straßer, Ramon Zenhäusern und Manuel Feller. Wir bleiben natürlich dabei.
 
Willkommen zurück
In einer Viertelstunde geht es weiter, der US-Amerikaner Luke Winters wird den zweiten Durchgang eröffnen. Die Medaillenjagd wird dann schnell beginnen, mit nur einer Sekunde Abstand zwischen Platz eins und 14 sind fast alle kommenden Athleten in der Lage, ganz vorne mitzumischen. Zu relativieren: Die ersten sechs Fahrer (also Platz zehn bis 15) sind bis auf Michael Matt eher Außenseiter.
 
Zweiter Durchgang verspricht Spannung
Der letzte Wettbewerb der Titelkämpfe könnte nach dem ersten Lauf kaum spannender sein, denn die Top-Läufer sind ganz eng beieinander. Um 13:30 Uhr steht dann das Finale an. Mit Vorfreude erwarten wir den zweiten Durchgang - bis gleich!
 
100 Läufer im Ziel
60 von ihnen sind im zweiten Durchgang dabei. Da mehr als 40 Sportler ausschieden, ist so jeder dabei, der auch im Ziel ankam. Je höher die Startnummer, desto exotischer die Nationen - Haiti und Ost-Timor waren vertreten, um nur zwei zu nennen. Um die 14 Sekunden Rückstand waren es aber bei den letzten Läufer, dennoch ein schönes Bild in dem sonst so hochprofessionalisierten Sport!
 
Größte Überraschung neben Pertl: die Piste
Dass in Südtirol noch sehr lange Bestzeiten im Bereich des Möglichen waren, war eine der größten Überraschungen des ersten Durchgangs. Vor allem zwischen den Startnummern 20 und 40 waren immer wieder Top-Läufe dabei, wenngleich einige von den aussichtsreichen durchs Ausscheiden beendet wurden. Dennoch spannend: Die Plätze zehn bis 15 sind nur von Außenseitern belegt - mit Ausnahme von "Michi" Matt - und die gehören im zweiten Durchgang zu Startergruppe. Der 14.-Platzierte Kroate Istok Rodes ist keine Sekunde entfernt von Adrian Pert - die 14 Besten trennen weniger als eine Sekunde Rückstand, das verspricht ein Herzschlagfinale!
 
ÖSV: Perlts Führung überragt Schwarz´ und Matts soliden Leistungen
Bei den Österreichern ist alles im Soll, immerhin liegt mit Adrian Pertl ein Eigengewächs in Führung. Dass Marco Schwarz und Michael Matt unter den besten 15 mit kleinen Rückständen noch alle Chancen auf die Medaillen haben, war zwar zu erwarten. Bei dem heutigen Favoritensterben (unter anderem Zenhäsuern, Straßer und Feller nicht in den Top 15) ist dies aber gar nicht zu vernachlässigen, immerhin sind die Beiden noch in Schlagdistanz. Vor allem Marco Schwarz wird mit etwa einer halben Sekunde heiß auf die Medaillenränge, vielleicht sogar auf den Sieg sein.
 
Yule auf Platz neun bester Eidgenosse
Während die Startnummern um die 60 nun herunterfahren und immer weniger Athleten Chancen auf die Top-Plätze haben, kann man auch ein Zwischenfazit für das Schweizer Team ziehn. Die Swiss-Boys haben nur noch ein Eisen im Feuer: Für Daniel Yule ist mit sechs Zehntel Rückstand auf Platz neun aber noch alles drin. Zenhäusern war schwach unterwegs und ist nur 21., Luca Aerni und Loic Meillard scheiden aus.
 
Straßer wird weit nach hinten durchgereicht
Lief es bei den deutschen Speed-Spezialisten noch so gut, so ist bei den technischen Fahrern der Wurm drin. Alex Schmid verpasste im Riesenslalom durch Ausscheiden die Sensation. Und auch Lena Dürr konnte keine Top-Platzierung erreichen. Die letzten Hoffnungen lagen also auf Linus Straßer, er wurde ihnen leider nicht gerecht. Mit schwacher Vorstellung im ersten Lauf ist ein gutes Ergebnis fast ausgeschlossen. Besser unterwegs war Sebi Holzmann, der aber nach kurzer Zeit einfädelte.
 
Krystof Kryzl (CZE)
Der Tscheche ist lange auf Top 15-Kurs, scheidet aber im Mittelteil aus.
 
Jett Seymour (USA)
Mit Startnummer 43 und einer rhythmischen Fahrt geht es vor auf den zehnten Platz! Der 22-jährige Seymour ist die US-Überraschung und wird mit Sicherheit zu den besten 15 gehören. Leidtragender ist Matej Vidovic, der nun 16. ist.
 
Laurie Taylor (GBR)
Wow, die Piste scheint sogar im Gegenteil noch besser zu werden! Taylor fährt ähnlich wie sein Trainingspartner Dave Ryding und hat bei der zweiten Zwischenzeit sogar zwei Zehntel Vorsprung... Doch bei den Briten soll es heute nicht sein, wie schon Ryding scheidte auch Taylor aus.
 
Luke Winters (USA)
Mit starker Fahrt darf so Luke Winters um die Top 15 bangen. Er kegelt seinen Teamkollegen Ritchie raus.
 
Pertl sensationell Führender
Adrian Pertl führt nach dem ersten Lauf nach einer überragenden Fahrt. Der Jungstar des ÖSV-Teams wird als Laufbester der Gejagte des zweiten Laufes sein. Die jungen Wilden begehren auf, hinter ihm ist mit Alex Vinatzer eine Nachwuchs-Hoffnung der Italiener Zweiter. Sebastian Foss Solevag ist Dritter. Spannung wird uns im zweiten Lauf weiterhin erwarten, denn es geht ganz eng zu: Die besten 13 sind nur eine Sekunde auseinander! Erstaunlich ist außerdem, wie gut die Piste hält. Immer noch sind Top-Zeiten drin, wir halten euch bei überraschenden Wendungen natürlich auf dem Laufenden.
 
AJ Ginnis (GRE)
Der US-Grieche war zwischendurch auf Bestzeit unterwegs, baut aber einen groben Fehler ein und verpasst so auch die Top 15.
 
Istok Rodes (CRO)
Noch vor seinem Landsmann Vidovic reiht sich Rodes ein. Es überrascht immer noch, dass die Piste sich so stabil hält. "Manni" Mölgg ist raus, Rodes wird aber auch noch zittern müssen.
 
Matej Vidovic (CRO)
Selbst der favorisierte Zenhäusern muss jetzt akzeptieren, im zweiten Lauf nicht früh antreten zu dürfen. Kurz zur Erklärung, um Missverständnisse zu vermeiden: Nur die ersten 15 starten in umgekehrter Reihenfolge, die restlichen Starter fahren danach alle ihre Plätze aus - das ist bei der WM so üblich. Da am Mittag die Piste aber immer schlechter wird, ist es ein großer Nachteil nicht unter der Top 15 starten zu dürfen.
 
Armand Marchant (BEL)
Ein Belgier besiegelt das Schicksal für Straßer nicht im zweiten Durchgang unter den besten 15 antreten zu dürfen. Eine überraschend gute Fahrt bringt ihn auf Platz 11 - Wahnsinn!
 
Sebastian Holzmann (GER)
Im Schatten von Linus Straßer zeigte auch "Sebi" Holzmann immer wieder gute Leistungen. Sein Start heute ist sehr gut, 14 Hundertstel trennen ihn nur bei der ersten Zwischenzeit. Doch Holzmann fädelt ein, schade!
 
Erik Read (CAN)
Weit weg von den Stangen ist der Kanadier und stellt wenige Male auch die Skier quer. Auf Platz 18 schiebt er sich nach durchwachsener Fahrt.
 
Giuliano Razzoli (ITA)
Der dritte Fahrer in Folge, der vielversprechend beginnt und dann einen großen Fehler einbaut, Razzoli steigt aber wieder auf, um wenigstens mit großem Rückstand noch mitfahren zu dürfen.
 
Timon Haugan (NOR)
Zumindest im ersten Lauf macht das Wetter der Piste noch keine Probleme. Hier wurde natürlich mit Wasser und Salz gearbeitet, so sind hier immer noch tolle Ergebnisse drin! Auch Haugan greift die besten Zehn an, doch auch er scheidet aus.
 
Stefano Gross (ITA)
Wow, was ist mit den Italienern los? Die Slalom-Fahrer scheinen sich einiges vorgenommen zu habe, Gross attackiert mit dem ersten Schwung und liegt bei den ersten beiden Zwischenzeiten tatsächlich vorne, doch dann der Schreckmoment: Er fädelt ein, schade!
 
Albert Popov (BUL)
Die Skifahrer der kleinen Nationen holen sich immer wieder Trainingspartner, Albert Popov aus Bulgarien trainiert oft mit dem deutschen Team. Und er macht es besser als sein Teilzeit-Teamkollege Straßer und bringt einen guten Lauf ins Ziel. Er wird wohl im zweiten Durchgang unter den besten 15 antreten dürfen.
 
Stefan Hadalin (SLO)
Gestern hatte der Slowene trotz Fehler die Laufbestzeit des zweiten Durchgangs hingelegt. Das sollte doch Selbstvertrauen geben, oder? Ja, Hadalin zeigt eine gute Fahrt und erreicht knapp die Top Ten. Für Linus Straßer deutet sich mittlerweile an, dass es wohl nicht für die Top 15 reichen wird. Platz 14, es darf also nur noch einer vor ihn kommen.
 
Jean-Baptiste Grange (FRA)
Der Franzose war bereits zweimal Slalom-Weltmeister, doch heute scheidet der erfahrene Grange in Innenlage ausrutschend aus.
 
Kristoffer Jakobsen (SWE)
Der Schwede fährt rhythmisch und ist vor allem in den Beinen dynamisch unterwegs. Dadurch kann er vor allem im unteren Flachstück immer mehr Zeit aufholen und fährt auf den vierten Platz vor - starke Leistung!
 
Manfred Mölgg (ITA)
Unruhiger Start vom nächsten Italiener, der wohl nicht an die Leistung seines deutlich jüngeren Teamkollegen anknüpfen kann. Oben hat er sich weit nach hinten gesetzt, trotzdem ist er noch schneller als Linus Straßer, für den die Top 15 immer knapper wird.
 
Luca Aerni (SUI)
Schade! Der Schweizer hat sich nach schwachem Saisonstart zuletzt gut zurückgekämpft, er fädelt aber ein. Es staucht ihn zusammen, der Eidgenosse darf nicht am zweiten Lauf teilnehmen.
 
Alex Vinatzer (ITA)
Vinatzer ist die "Nachwuchs-Hoffnung" (solang man bei einem 25-Jährigen noch von einem Nachwuchsathleten sprechen darf) der Italiener. Die jungen Wilden scheinen heute gefragt zu sein, Alex Vinatzer macht seinen Job richtig gut und überrascht mit starker Fahrt. Nur knapp verpasst er die Führung und reiht sich auf starkem zweiten Platz ein.
 
Filip Zubcic (CRO)
Der Riesenslalom-Spezialist zeigte diese Saison auch gute Leistungen im Stangenwald der Slalom-Wettbewerbe. Ihm liegen aber die heutigen Bedingungen nicht, er mag lieber eisige Verhältnisse als weichen Schnee.
 
Linus Straßer (GER)
Augen auf den besten Deutschen! Aber Linus Straßer zeigt einen nervösen Auftritt, ist oben ein paar Mal sehr weit entfernt von den Stangen und baut so immer mehr Rückstand auf - schade! Seine einzige Hoffnung: Als einer der besten 15 im zweiten Durchgang früh starten zu dürfen und von einer guten Piste profitieren zu können. Es wäre nicht die erste Aufholjagd des Deutschen. Doch dass er überhaupt unter die besten 15 kommt, darum muss er noch bangen!
 
David Ryding (GBR)
Technisch fein fährt der Brite und ist nah an den Stagen dran. Kann er sogar die Bestzeit von Pertl gefährden? Nein, sein Fahrstil in Rücklage wird ihm zum Verhängnis, er scheidet ebenfalls aus.
 
Victor Muffat Jeandet (FRA)
Im starken französischen Slalom-Team ist Muffat Jeandet nur drittstärkste Kraft. Ändern kann er diese Reihenfolge auch heut nicht, er scheidet aus!
 
Loic Meillard (SUI)
Wie macht sich die Piste? Weich ist der Schnee, das ist schnell zu erkennen. Noch hält sich der Hang aber ganz gut, viele Spurrillen sin noch nicht zu sehen. Meillard scheidet dennoch aus, weil es ihn bei einem Schwung zu weit aushebelt und er die nächste Stange nicht mehr erreichen kann.
 
Alexandr Khoroshilov (RUS)
Auf Attacke fährt der Russe oben und möchte voll angreifen. Doch zu aggressiv ist er, fädelt nach wenigen Stangen ein und scheidet aus.
 
Michael Matt (AUT)
Manuel Feller war bisher die größte ÖSV-Enttäuschung, macht Michael Matt es besser als er? Ja, er zeigt zwar nicht seine beste Leistung und kommt nicht an die Zeiten von Schwarz und Pertl heran, bleibt aber unter einer Sekunde Rückstand.
 
Daniel Yule (SUI)
Sein Trainer hat den Lauf gesetzt, ein Vorteil? Ja, Yule kann in einer bislang für ihn so enttäuschenden Saison vorne mitmischen und bleibt als Siebter mit sechs Zehntel Rückstand in Schlagdistanz. Für Yule in dieser Saison ein Achtungserfolg!
 
Adrian Pertl (AUT)
Youngster Pertl ist die Überraschung des ersten Durchgangs! Der erst 24-Jährige war zuletzt immer besser in Form und fährt stark auf. In super Rhythmus bringt er eine Bestzeit ins Ziel und übernimmt die Führung.
 
Marco Schwarz (AUT)
Der Top-Favorit macht sich auf den Weg. In der Kombination überraschte Schwarz bereits mit einer Goldmedaille und sollte befreit auffahren können. Schön weich setzt er den Ski auf die Kante und kann so die Bretter schön auf Zug halten. Nach unten hin wird er aber langsamer und fährt mit vier Zehnteln Rückstand über die Ziellinie.
 
Manuel Feller (AUT)
Was war mit Feller los? Sehr unruhig ist seine Fahrt, bei einigen Toren wackelt er im Oberkörper hin und her - das ist kein gutes Zeichen. Im zweiten Durchgang benötigt der Österreicher eine Aufholjagd.
 
Clement Noël (FRA)
Eng geht es vorne zu, das verspricht schon jetzt ein spannendes Finale. Unten ist der führende Norweger aber bislang am stärksten gefahren, dort verlieren seine Konkurrenten meist wenige Zehntel. Die besten vier tummeln sich bisher aber nur in einem Abstand von 25 Hundertsteln.
 
Henrik Kristoffersen (NOR)
Kopf-an-Kopf-Duell mit seinem Landsmann! Kristoffersen, der zumindest im Slalom zuletzt wieder zu alter Form zurückfand, duelliert sich auf Augenhöhe mit Foss Solevag. Etwas langsamer ist er jedoch, im Ziel bleibt Kristoffersen aber noch vor Pinturault.
 
Ramon Zenhäusern (SUI)
Wenig Flachstücke gibt es im heutigen Slalom, beinahe durchgehend ist das Gefälle recht steil. Nicht wirklich spritzig wirkt Zenhäusern, bei seiner Körpergröße sind schnelle Bewegungen in den Beinen sehr wichtig, die er heute nicht zeigt. Viel Rückstand hat er auf den Führenden.
 
Sebastian Foss Solevag (NOR)
Der Norweger setzt die erste Vergleichszeit. Kein einziges Mal blinkt rot auf, bei allen Zwischenzeiten hat er die Nase knapp vorne. So geht es zunächst mit etwa zwei Zehnteln Vorsprung in den Zielraum.
 
Alexis Pinturault (FRA)
Wie steckt der Franzose die Riesenslalom-Enttäuschung weg? Ganz gut, sein Lauf bleibt ohne großen Fehler. Den flüssigen Lauf bewältigt er solide, doch was seine Zeit wert ist, werden wir erst gleich sehen können.
 
Es ist angerichtet
Bei tollem Wetter - Sonnenschein und hohen Temperaturen - müssen wir hoffen, dass die Piste in gutem Zustand bleibt. Der Franzose Pinturault eröffnet den ersten Lauf, auf geht´s!
 
Pinturault noch ohne Goldmedaille
Der große Favorit, sowohl in der alpinen Kombination als auch im Riesenslalom, Alexis Pinturault wartet noch auf einen WM-Erfolg. Silber gab es vier Hundertstel hinter Marco Schwarz in der Kombination, als Führender des ersten Laufes verlor er im zweiten Durchgang die Nerven und schied aus. So soll es heute der Slalom richten, seine Chancen sind aber nicht so groß wie bei den vorherigen Wettbewerben. Enttäuschend sind die Leistungen von "Team Norway" bislang, nur eine Goldmedaille gab es im Team-Wettbewerb, keine Einzel-Medaille steht für die Norweger da, das sollen Sebastian Foss Solevag oder Henrik Kristoffersen ändern. Der Franzose Clement Noël ergänzt den Slalom-Favoritenkreis.
 
Straßer ist die deutsche Medaillenhoffnung
Der 6. Januar war der größte Tag des bisherigen Jahres für Linus Straßer, er feierte in Zagreb den ersten Weltcup-Sieg im Slalom. Zu dieser Zeit - Anfang Januar - war er in bestechender Form, die letzten Rennen waren allerdings nicht mehr ganz so überzeugend. Kann sich Straßer aus diesem Mini-Formtief ausgerechnet heute herauskämpfen? Etwas Entlastung werden ihm die Bronze-Medaille im Team-Wettbewerb - wenn auch nur als Ersatzfahrer - und die starken Leistungen der Speed-Athleten geben. Eine goldene Medaille fehlt dem DSV aber noch, heute ist die letzte Gelegenheit dazu. Der zweite DSV-Sportler ist Sebastian Holzmann, der im Weltcup stets um den Einzug in die Top 30 kämpfte.
 
Zenhäusern ist sein ärgster Konkurrent
Der großgewachsene Schweizer ist ebenfalls Top-Favorit, er gewann den ersten Slalom der Saison 2020/21 und fuhr auch danach immer wieder ganz vorne mit. Sein Teamkollege ist zwar ein wenig stärker im Riesenslalom, trumpfte dennoch mit guten Leistungen auch in der etwas langsameren Disziplin auf. Daniel Yule lässt zwar auf ähnlich starke Leistungen wie letzte Saison noch warten, hat dennoch das Zeug dazu vorne anzugreifen. Und auch Luca Aerni macht sich nach zuletzt etwas stärkerer Form mehr Hoffnungen auf eine Medaille. Macht das Swiss-Team die Medaillensammlung von Cortina zweistellig?
 
Füllt Schwarz die Hirscher-Lücke?
Das dieses Jahr neu eingeführte Trikot des Titelverteidigers trägt im heutigen Slalom nicht der Titelverteidiger, denn: Der letzte Goldmedaillen-Gewinner ist nicht mehr aktiv. Marcel Hirscher gewann die letzten beiden WM-Slaloms, in der Technik-Disziplin konnte in seine großen Fußstapfen aber schnell ein ÖSV-Athlet hereintreten: Marco Schwarz ist der überragende Slalom-Fahrer dieser Saison und führt den Disziplinen-Weltcup deutlich an. Dass Österreich die beste Nation im Medaillenspiegel ist, steht seit Liensbergers Sieg gestern fest. Schwarz schickt sich an, die sechste Goldmedaille und achte überhaupt zu holen. Wer ist außer ihm dabei? Manuel Feller natürlich, der auch um das Podest mitfahren will. Außerdem Michael Matt und Adrian Pertl - auch die Beiden malen sich Außenseiterchancen aus. Alle vier ÖSV-Fahrer starten zwischen Startnummer sechs und zehn.
 
Regeländerung wegen Sorge um Piste
Bei hohen Temperaturen droht die Piste schnell schlechter zu werden. Daher beschloss die FIS gestern, dass nur die besten 15 Athleten des ersten Laufes im zweiten Durchgang in umgekehrter Reihenfolge starten. Das Wetter ein Nachteil für die deutsche Medaillenhoffnung Linus Straßer? Der 28-Jährige startet im ersten Lauf erst als 15., bekam in der zweiten Startergruppe die letzte Startnummer zugelost und könnte schon früh von der schwachen Piste eine Bürde auferlegt bekommen.
 
Slalom als WM-Abschluss
Traditionell beschließt der Männer-Slalom die Titelkämpfe. Die WM 2021 in Cortina stand dabei coronabedingt in einem ganz anderen Stern als die vorherigen Weltmeisterschaften, vor allem das Publikum fehlte den Sportlern. Um 10 Uhr eröffnet Alexis Pinturault die letzte Medaillenjagd in Südtirol.